Abmahnanwalt ohne Bildnachweis?

Zwei Drittel aller Juristen-Websites selbst abmahnfähig!

EU Urheberrecht Abmahnung Bildnutzung
Paradoxe Urheberrechtsgesetze öffnen Abmahnanwälten alle Möglichkeiten, um ihre Opfer zwischen EU Recht und den Gesetzen der Mitgliedsstaaten zu zermürben. | © Mon: ZIB / © Higru-Bild (EU Parlament) von Cuong DUONG Viet auf Pixabay
Missbrauch Spenden Prozesskosten
Laptop Hände | Bild von Pexels auf Pixabay

Wurde der Begriff “Rechtsverdreher” eigens für Abmahnanwälte erfunden? Schaut man sich deren Publikationen an, ist die Antwort klar. Während diese ihre überzogenen Honorare mit ungerechtfertigten Abmahnungen verdienen, verstoßen sie selbst gegen quasi alles, was Recht ist …

Zwei Drittel aller Juristen-Webseiten abmahnfähig!

Ob im Internet, Rundfunk oder in Printerzeugnissen: Man belehrt uns in langen Textwüsten voller juristischer Fachbegriffe und Paragrafen, wie die Welt (ihrer Meinung nach) funktioniert. Nur ein Beispiel: Die Predigt von der “zwingend vorgeschriebenen Platzierung der Bildnachweise beim Bild.
Doch halten sich diese “Juristen” eigentlich an ihre erfundenen oder die tatsächlichen Gesetze? Kurz und ungut: Nein!

Wir recherchieren ja schon lange im Bereich Medienrecht, Urheberrecht und verwandter Rechtsbereiche. Dabei stößt man bei den Veröffentlichungen der Abmahner auf eine unglaubliche Auslegung der Rechtslage:
Etwa 75% aller besuchten Websites, welche nachweislich (oder angeblich *) von Juristen des Fachbereichs “Urheberrecht” betrieben werden, sollten ebenfalls abgemahnt werden!

EU Paragrafen-Dschungel schützt Abmahner

Leider würden veröffentlichte Screenshots der Webseiten sicherlich wieder gegen irgendein Gesetz verstoßen, also einfach mal ansurfen …
Jedenfalls gleichen die sich wie ein Ei dem anderen und jeder sondert seine Meinung auf eigenen Websites oder in Gastartikeln, etwa auf Sites z.T. Fotografie, ab.

Wie uns ein (echter) Rechtsvertreter kürzlich mitteilte, ermöglicht der EU Paragrafen-Dschungel dieser Spezies ein komfortables Leben (bei Stundensätzen von 500 – 1000,- € ). Jeder Mitgliedsstaat hat seine Gesetze zum Schutz sog. “immaterieller Güter“. Wenn sich diese auch fast gleich lesen, durch die Überrangstellung der oft konträren EU Rechtslage können Abmahnanwälte alles zugunsten ihrer Mandanten verdrehen.

Wo müssen Bildnachweise platziert sein?

Tatsächlich ist es z.B. nirgends festgelegt, wo “Credits” (also Bildnachweis, Name des Urhebers, Copyright, Quelle, Lizenz, usw.) platziert werden müssen.
Auf Websites ist es üblich und ratsam, diese Daten so nah wie möglich beim Bild zu platzieren. Doch dies ist (vom Gesetzgeber) weder zwingend vorgeschrieben, noch technisch immer möglich.

So manche moderne Webprogramme, bzw. deren Design-Vorlagen stellen diese Angaben nicht einmal dar. Weiters können technische Fehler auftreten oder der Betreiber versteckt die Urheber, Bildnachweise, Quellen usw. alle gesammelt in’s Impressum oder sonst wo hin. Kein Problem, sollte man meinen.
Auch hier gibt es genügend Beispiele großer, bekannter Websites, die dies seit ihrem Bestehen so machen.

Kein gleiches Recht für Abmahner und Opfer!

Die bekannten Abmahner und ihre Anwälte dürfen das auch. Doch wehe, wenn sie beauftragt werden, einen vermeintlich unberechtigten Bildnutzer fertig zu machen:
Dann müssen die Bildnachweise genau nach der Eigenmeinung dieser Leute platziert sein. Und keinen Pixel weiter weg als diese es erlauben.

*) Manche dieser “Juristen” sind weder in einer der österreichischen Rechtsanwaltskammern, noch in deren deutschen Pendant registriert.